Konfliktmanagement in Projekten

Konflikte in Projekten lassen sich nicht immer vermeiden und gehören zum Alltag in Projekten. Ein Projekt ohne jegliche Konflikte durchzuführen ist illusorisch, was durch die Natur eines Projekts selbst begründet ist.

Warum kommt es zu Konflikten?

Der Ursprung von Konflikten kann diverse Ursachen haben. So ist zum Beispiel die Macht und Befugnis des Projektmanagers begrenzt. Wenn nun, je nach Organisationsstruktur, ein Linienmanager einen Mitarbeiter für die Projektarbeit nicht freigibt, kann es schnell zu Konflikten kommen.

Auch führen immer wieder Missverständnisse, aber auch Meinungsverschiedenheiten, innerhalb des Projektteams zu Konfliktsituationen.

Entgegen der Meinung vieler Projektmanager sind jedoch nicht persönliche Differenzen die Hauptursache für Konflikte, sondern meistens nur die Konsequenz aus einem zuvor entstandenen Konflikt.

Die häufigsten Ursachen für Konflikte in Projekten sind:

  • Plan-/Zielkonflikt: Ziele sind nicht klar definiert. Die Projektbeteiligten haben unterschiedliche Vorstellung davon „wo es hingehen soll“. Zeitplanung ist nicht klar definiert.
  • Unklare Prioritäten: Die Prioritäten der einzelnen Aufgaben sind nicht geklärt. Projektbeteiligte sehen unterschiedliche Prioritäten und fordern jeweils nach ihrer Prioritätenliste vorzugehen.
  • Ressourcenkonflikt: Projektbeteiligte werden von Linienmanagern nicht freigegeben oder andere benötigte Ressourcen stehen nicht oder nicht rechtzeitig zur Verfügung.
  • Technische Entscheidungen: Technische Entscheidungen werden nicht nachvollziehbar kommuniziert. Es entstehen Beurteilungs- und Meinungskonflikte.
  • Kosten: Ansprüche an Qualität scheitern an mangelnden Mitteln. Es entsteht eine Diskrepanz zwischen gewünschter Qualität und verfügbarem Kapital.
  • Beziehungskonflikt: Es kommt zu Kommunikationsproblemen zwischen den Projektbeteiligten.

Die Rolle der Projektleitung

Im Rahmen des Konfliktmanagements in Projekten obliegt es der Projektleitung, durch klare Ankündigungen, vorausschauendes Handeln und Präventivarbeit Konflikte zu vermeiden und bereits bestehende Konflikte zu lösen. Höchstes Ziel dabei ist es, Konflikte nicht soweit eskalieren zu lassen, dass aus ihnen eine Krise wird, die das Projektziel gefährdet oder im schlimmsten Fall der Projektabbruch herbeiführt.

Aufgaben der Projektleitung:

  • Konfliktpotenziale von vornherein reduzieren
  • Versuchen Konfliktsignale frühzeitig zu identifizieren
  • Konflikte benennen, aufzeigen und mit Konfliktpartnern nach Lösungen suchen

Wie können Konflikte vermieden werden?

Einige der oben genannten Konfliktpotenziale können durch geschicktes Handeln der Projektleitung bereits vor ihrem Entstehen weitestgehend entkräftet werden.

Hierzu sollte die Projektleitung…

  • die Ziele des Projekts klar und deutlich benennen, sodass allen Projektbeteiligten klar ist, wo es hingehen soll.
  • benennen, in welchem Kontext das Projekt durchgeführt wird.
  • Befugnisse, Beziehungen und Position der einzelnen Projektbeteiligten klären, sodass keine Autoritätskonflikte entstehen können.
  • alle Schlüsselentscheidungen deutlich kommunizieren.
  • Veränderungen (im Projekt und dessen Struktur) rechtzeitig kommunizieren.
  • Aufgaben klar, deutlich und ohne überlagernde Kompetenzen und Verantwortlichkeiten verteilen.
  • Aufgaben interessant und fordernd gestalten, sodass niemand seine Arbeit als „nutzlos“ empfindet.

Wie können Konflikte gelöst werden?

Ist es erst einmal zu einem Konflikt gekommen, liegt es an der Projektleitung den Konflikt zu erkennen, zu benennen und z.B. im Rahmen eines Konfliktgesprächs zu probieren, den Konflikt zu lösen.

Hierzu ruft der Projektleiter die jeweiligen Konfliktparteien zusammen, versucht im Rahmen eines einleitenden Smalltalks eine Beziehung zwischen den beiden Parteien aufzubauen und fragt dann, ob die jeweiligen Parteien bereit sind, den Konflikt zu lösen.

Können sich beide Parteien darauf einigen, wird versucht einen Kompromiss zu finden. Hierbei sollte der Projektleiter eher moderierend agieren und probieren, die Konfliktparteien selbst eine Lösung erarbeiten zu lassen.

Ist sich auf einen Lösungsweg geeinigt worden, liegt es an der Projektleitung den Erfolg und dessen Nachhaltigkeit regelmäßig zu überprüfen, bis der Konflikt vollständig deeskaliert ist.

1 Kommentar
  1. Roman

    Das Ziel ist es auf jeden Fall eigene Blockaden zu erkennen, die Konflikte sollte man angehen, wenn Sie klein sind. Die Gespräche sollte man nicht aufschieben. en.

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